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Der einst im Alpenraum verbreitete Wilde-Mändle-Tanz hat sich nur noch in Oberstdorf erhalten. Zurückgeführt wird er oft auf einen über 2000 Jahre alten Tanz aus der Keltenzeit. Nach den ältesten Archivbelegen zum Oberstdorfer Tanz ließ 1793 der Trierer Kurfürst und ehemalige Fürstbischof des Bistums Augsburg, Clemens Wenzeslaus von Sachsen, erstmals exotische „Wilde Mändle“ an seinen Hof holen, um sie seinen Gästen als „Komedy der 12 Wildem-Mann“ vorzuführen. 1811 besuchte Clemens Wenzeslaus mit seiner Schwester Oberstdorf. Die Einwohner führten für sie einen Wildleute-Tanz auf und brachten ihnen ein Freudenlied dar: „Sey’s uns erlaubt! Erlauchteste vor euch aufzuspielen! Möchtet doch ihr Edelste ein Vergnügen fühlen.“ Der Oberstdorfer Schullehrer Josef Anton Bach hielt die Musik 1811 in Notenschrift fest. Die Tänzer führten ihre Tänze auch in den Sommerresidenzen sowie in Lindau, Konstanz und der Schweiz auf. Da die Tänze auch vor dem, und später auch vom Volk aufgeführt wurden, änderten sie sich zugunsten des Volksgeschmacks. Die Tradition des Wilde-Mändle-Tanzes in seiner heutigen Form ist nach dieser Auffassung also weniger in den kultischen Bereich zurückzuführen, sondern auf höfische Rollenspiele.

 

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